Von der Idee zum Hut mit integriertem Kopfschutz (Helm): Herausforderung EN-Norm

Auch wenn die Idee eines „Hut-Helms“ für Reiter nicht ganz neu ist, gibt es bislang keine Produkte, die unsere Anforderungen überzeugend erfüllen:

·         Sicherheit, die durch die EN-Norm für Reithelme vorgegeben ist

·         authentisches Aussehen

·         Tragekomfort (Bequemlichkeit und Wetterschutz)

Der Weg von der Idee zum Produkt war lang und lehrreich. Insbesondere die Umsetzung der DIN-Norm war eine große Herausforderung. Für Schutzhelme gelten danach folgende Kriterien:

    • Je nach Sportart muss der Helm eine definierte Festigkeits-Anforderung erfüllen, welche als Schutzklasse bezeichnet wird.
    • Das verwendete Material muss z.B. bei einem Sturz auf einen Stein gewährleisten, dass die Spitze des jeweiligen Gegenstands das Material nicht durchdringt, so dass der Kopf unverletzt bleibt.
    • Der Helm muss durch einen Befestigungsmechanismus fest am Kopf befestigt werden können.
    • Die Lebensdauer des Helms soll bei Unversehrtheit mindestens 48 Monate betragen.
    • Der Kopfschutz soll leicht sein und den Tragekomfort unterstützen.

Die Fahrradhelm EN-Norm war recht einfach zu erfüllen, die schaffte mein Hut-Helm schon im ersten Anlauf. Die Hürden für die Reithelm-Norm allerdings lagen etwas höher. So muss beispielsweise der Kinnriemen in allen Lagen mit einer Hand zu öffnen sein. Mir selbst war außerdem wichtig, dass der Riemen einfach verstellbar ist und optisch gut zum Hut passt. So richtig ins Schwitzen kamen wir bei der Ermittlung der passenden Kinnriemenführung. Denn Abgucken war nicht, wir wollten es selbst schaffen und dabei vielleicht ganz neue Wege gehen. Bis der Kinnriemen schließlich saß, wie und wo er sitzen sollte und allen Vorgaben entsprach, haben wir uns unzählige Male getroffen, getüftelt und gewerkelt.

Doch schließlich hat sich die Arbeit gelohnt. Denn neben der Umsetzung der EN-Norm ist uns das Wichtigste wirklich gut gelungen: man sieht dem Hut nicht an, dass er eigentlich ein Helm ist. Erkennungsmerkmal ist einzig der Kinnriemen. Wanderreiter, Westernreiter, Freizeitreiter: alle können nun einen authentischen Reiterhut mit verlässlichem Kopfschutz tragen. Und darauf bin ich schon ein bisschen stolz.

Die Bilder zeigen etwas aus der Entwicklungsgeschichte. Das authentische Aussehen der Hutform war ein MUSS. In seinen Anfängen ist das nicht immer so gelungen.